Control Room

Die interaktive Mapping Installation „Control Room“ spielt mit der Verschmelzung und Aufhebung realer und virtueller Objekte. Dadurch entsteht eine neue, quasi Meta-Skulptur, die aus physischen Elementen und projizierten Elementen besteht. Vom Betrachter ist es nicht immer klar zu erkennen, was real und was projiziert ist, die Realitäten verschwimmen. Die als Reliefskulptur umgesetzte Grafik des Control Rooms, wird durch eine Projektion mit der selben Grafik (allerdings als interaktive Videoloops animiert) überlagert und somit zum Leben erweckt. Was ist das reale Objekt, was ist projiziert? Letztlich ist alles was unser Auge erreicht reflektiertes Licht. Somit ist das Ergebnis im Auge des Betrachters unabhängig von der ursprünglichen Materialität der Installation.Die Reliefgrafik wird durch projizierte Schattierungen erhaben, bekommt Räumlichkeit. Die projizierte 3-Dimensionalität ermöglich es, die Räumlichkeit in Sekundenbruchteilen zu verändern. Was eben noch erhaben war, ist jetzt vertieft. Knöpfe werden gedrückt, ganze Pultteile invertiert. Nichts ist wie es scheint, ständig verändern sich die Referenzparameter.Der Controlroom steht für die Menschliche Überzeugung, durch Maschinen die Realität kontrollieren zu können. Maschinen ersetzen Menschen, Menschen werden entmündigt. Die ursprüngliche Idee des Industriezeitalters war die Utopie, Maschinen könnten alle menschenunwürdige Arbeit ersetzen und somit maximale Freizeit für Menschen erzeugen die dann der persönlichen Entfaltung der Menschen dienen könnte.Die Zeit zeigt, dass Menschen statt dessen häufig Marionetten der Maschinen geworden sind und die maschinelle Wertschöpfung bei ganz wenigen Personen finanziell kulminiert (99% Bewegung). Somit ist die Utopie zerstört, es entstand statt mehr Freizeit, nur weniger menschliche Beschäftigung. Statt sich persönlich zu entfalten, verheddern sich viele Menschen im täglichen Kampf ihren Lebensstandard aufrechtzuerhalten.Der Control Room zeigt wie undurchschaubar diese Maschinen geworden sind, selbst für uns Schöpfer. Die Interaktion ermöglicht kurze Glücksgefühle, wenn das vorhergesagte Ereignis eintritt, und Frust, wenn es plötzlich „nicht mehr funktioniert“. Es geht um Macht und Kontrolle, um Vorhersagbarkeit von Ereignissen, die ich durch mein Handeln beeinflusse. Geschieht alles so wie ich es erwarte, fühle ich Macht und Befriedigung, geschieht es anders als erwartet, entsteht Frust und Hilflosigkeit. Dies sind Aspekte unseres täglichen Umgangs mit Maschinen.Das Touchpad als Interface suggeriert Kontrolle über den Control Room. Knöpfe können gedrückt, Regler gedreht werden, tatsächlich beeinflussen sie die Maschine. Wie ist nicht immer klar. Manchmal glaubt man die Funktion einer Taste erkannt zu haben, im nächsten Moment ist alles wieder anders. Die Suggestion alles im Leben kontrollieren zu können, die durch unseren Umgang mit Maschinen entstehen kann, wird hier bewusst gebrochen und gestört um eine Loslösung von der Illusion der Menschmaschine Omnipotenz zu ermöglichen.

Kunde

PONG

Auftraggeber

Datum

2015

Ort

Berlin, Heidelberg, Karlsruhe