Wenn einem langweilig ist – man zu viel Zeit hat oder es einem schlecht geht, egal ob körperliche oder geistige Gebrechen oder man einfach die alltäglichen Dinge nicht mehr als begrüßenswert empfindet – kann man sich mit diversen Mittelchen abschiesen, um das hiesige Dasein zu verzieren. Wie ihr ja wißt gibt es eine Unmenge an chemischen, kinetischen und psychotischen Methoden mit denen die eigen Lichter ausgeknippst werden können.
Neulich traf ich einen ganz besonderen Freund. Ja er war nicht allein, sondern hatte seine Kollegen mitgebracht, die sich in einer geselligen Rund auf der Wiese versammelten und mir viele Späße anboten. Sie scherzten und lachten, machten sich über Gott und die Welt lustig, sprachen von Dingen, die noch kein Mensch gesehen hatte und baten mich eindringlich sie zu verspeisen. Entsetzt wich ich zurück und konnte nicht glauben, was ich hörte und sah – diese Pilze! Jeder von ihnen war knallrot im Gesicht, mannshoch und alle redeten davon wie toll sie schmecken würden. Wie saftig und gährig ihre Eingeweide seien und wie gut man nach dem Genuss ruhen könne. Sie drangen auf mich ein, belagerten mich förmlich, schlossen den Kreis immer enger, bis ich die Flucht ergriff und in den nahegelegenen Fanghornwald rannte. Dort stolperte ich im Gestrüpp umher und lief immer tiefer in das dicke dichte Fichtendickicht. Meine Verfolger rannten hintendrein und hatten sich auch noch vermehrt. Sie riefen ihre miesen Waldkumpanen – wie Fuchs, Biber und Specht, die jetzt auch hinter mir her hatzten. Dazu kamen noch die üblichen Kleinkriminellen aus dem Unterholz, die einen Spaß daran hatten mir Knüppel zwischen die Beine zu werfen. Da war zum Beispiel der Hinterhalt unter dem Uhustammtisch. Diese elenden Vögel breiteten ihre Flügel aus, so dass sich der Himmel verdunkelte und man nicht einmal die Hand vor Augen sah. Dies wiederum nutzten ihre besoffenen Handlanger im Erdreich, um mich in eine eigens für Menschen angelegte Grube zu lenken, in die ich tief stürzte und mir schwarz vor Augen wurde.
Nach einer unbestimmten Zeit erlangte ich das Bewußtsein wieder – sprang sofort auf um der Gefahr entgegen zu treten aber das feige Pack hat sich verdrückt. Kein riesiger Schwarm H5N1-Bestien mehr zwischen den Bäumen, kein schäumender Fuchs im Astloch und selbst die Rothäute waren nicht mehr auf der Wiese!? So ging ich unverrichteter Dinge wieder heimwärts und erzählte allen von meinem Erlebnis. Sie hielten meine Geschichte für etwas überzogen aber ich führte sie zu dem Ort wo alles begann und man konnte den Zauber immer noch in der Luft verspüren..
Der Pilz aus “Postnaturelle Reduktion”

DerFreund

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