hamlet_XGrundlage für den hamlet_X chat ist der deutsche Text „Hamlet“. Aus diesem wird der Wortschatz für jede Figur extrahiert. Man sucht sich eine Figur aus und chattet mit dem Wortschatz dieser Figur. Der getippte Text wird von Schauspielern in Form von Videoclips nachgesprochen. Die Bühne ist das Internet und von jedem Computer mit Internetanschluss bespielbar. Die Interaktion ist wie beim Chat, sehr einfach gehalten, wobei einem eine ins Eingabefeld integrierte „Autovervollständigerfunktion“ die Arbeit wesentlich erleichtert. Die Videoclips werden also nonlinear per Texteingabe gesteuert. Die Schauspieler sprechen, was der User eingibt. So wird von den Benutzern ein völlig neuer Hamlet generiert, der soch aber genau an den originalen Wortschatz handelt. Eine synthetische Version des Hamlet entsteht. Dabei wird kein Wort hinzugefügt oder verändert.
So entsteht ein generativer Film, in dem sich der Betrachter aus einem großen Elementepool bedienen kann. Die vorproduzierten Bausteine werden immer neu, und nie gleich(!) zusammengestellt. Die digitalen Techniken ermöglichen so etwas wie einen demokratischen Film, bei dem es nicht mehr einen Regisseur/ eine Regisseurin gibt, sondern zu dem das gesamte Kollektiv der Betrachter etwas beitragen kann und muss. Die Gestaltungsmöglichkeiten sind mannigfaltig und unvorhersehbar. Je nach Kreativität und Interesse der User gestaltet sich der Chat/Film spannend, unterhaltsam oder langweilig.
Ausserdem können per Internetbrowser, Menschen aus der ganzen (Internet-) Welt miteinander in Kontakt treten und als Hamlet, Polonius oder Ophelia miteinander kommunizieren. Die Beschränkung des Wortschatzes ermöglicht eine höhere Konzentration des Inhaltes, und verlangt eine gestalterische Qualität, die man sonst nicht erreichen würde. So entsteht jedes Mal eine neue Geschichte, die im wesentlichen jedoch immer auf Shakespears Sprache und Ausdrucksweise zurückgeht. Der Text des Chats wird jedes Mal neu geschrieben, wobei die Anordnung und Reihenfolge der Worte nie die gleiche bleibt. Es wird ein Interaktives Filmenvironment geschaffen, in dem sich die Betrachter nach gewissen Regeln bewegen können und innerhalb dieses Regelements, immer wieder Filme produzieren.
Die Verbindung von Film, Interaktion und World Wide Web ist wesentlicher Bestandteil des hamlet_X chats. Demokratisierung durch Multiuser- Gestaltungsmöglichkeiten ist ein wichtiger Aspekt der Arbeit. Die Präsentation erfolgt primär im Internet, ist aber auch als Installation für Festivals und Ausstellungen oder als Bühnenbild konzipiert.

Vielen Dank an die Helfer die 14.000 Videoclips geschnitten haben!

Realisiert für Herbert Fritsch und die Volksbühne Berlin

Realisiert mit Macromedia Director und Quicktime

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